Ramsch

Ramsch, im Volksmund auch gerne Ramschen genannt, ist eine inoffizielle Sonderform des Skatspiels. Jedoch ist Ramsch kein Bestandteil der Internationalen Skatordnung und wird daher nicht im Turnierskat gespielt. Im häuslichen Skat oder beim sogenannten „Kneipenskat“ ist Ramsch dagegen äußerst beliebt.

Wann wird Ramsch gespielt?

Will keiner der drei Spieler ein Skatspiel wagen, wird nach offiziellen Skatregeln eingepasst und anschließend das nächste Spiel gegeben. Haben sich die Spieler jedoch vor Beginn auf eine Variante geeinigt, wird Ramsch gespielt. Beim Ramsch trumpfen nur die Buben. Es gilt die gleiche Kartenfolge wie beim Grand. Jeder Spieler spielt für sich allein und versucht, möglichst keinen oder zumindest nur wenige Stiche zu machen. Wer die meisten Augen einfährt, verliert den Ramsch. Wer alle Stiche abwehren konnte, ist Jungfrau (Jungfer). Macht ein Spieler alle Stiche, gewinnt er den Ramsch als Durchmarsch. Ramsch wird in der Regel bei folgenden Ereignissen gespielt:

  • Wenn kein Spieler eine 18 hat (damit nicht eingepasst wird)
  • Ramsch-Runde nach einem Grand Hand
  • Ramsch-Runde nach einem 60:60-Spiel
  • Ramsch-Runde nach einer Spritze (Wenn Alleinspieler sein Spiel verliert)

Einfacher Ramsch

Die wohl meistgespielteste Form von Ramsch ist der einfache Ramsch. Bei 3 Teilnehmern bleibt der Skat gewöhnlich liegen und es wird nur mit 30 Karten gespielt. Auch möglich ist, dass der Spieler, der den letzten Stich macht den Skat bekommt.

Bei 4 Teilnehmern hingegen wird der Skat ausgespielt. Der vierte Spieler kann den Ramsch auch verlieren (Bsp.: 2 Asse im Skat)

Der Grundwert beim einfachen Ramsch beträgt in der Regel 20 Punkte. Jeder Spieler kann vor Spielbeginn jedoch immer noch einen Grand Hand ansagen, wenn ihm dies besser erscheint. Wagt kein Spieler in einer Ramsch-Runde einen Grand Hand, kann er das Spiel spritzen (Kontra geben). Spritzen bei einer 3er-Runde alle Spieler, so bekommt der Verliere des Ramsch anschließend 160 Minuspunkte aufgeschrieben, da mit jeder Spritze der Ramschwert sich verdoppelt (20 * 2 * 2 * 2 = 160). Bei einer Jungfrau verdoppelt sich der Wert erneut. Macht ein Spieler jedoch alle Stiche, so gewinnt dieser den Ramsch (Durchmarsch). Die anderen Spieler bekommen jeweils den kompletten Verlustwert angeschrieben. Die genannten Verdopplungen können schnell zu sehr hohen Verlustwerten führen, wodurch der Ramsch eine höhere Bedeutung als die regulären Spiele bekommen kann.

Augenramsch

Eine andere, eher punkteorientierte Spielart des Ramsch ist der Augenramsch. Hierbei macht jeder Spieler genau so viel Verlustpunkte entsprechend der Zahl der Augen in seinen Stichen. Der Skat zählt nicht mit. Macht ein Spieler alle Stiche, so fährt er auch alle Augenpunkte (inklusive Skat) ein, d.h. er schreibt 120 Pluspunkte.

Schieberamsch

Beim Schieberramsch nimmt Vorhand den Skat und legt dafür zwei Karten ab. Danach ist Mittelhand und schließlich Hinterhand an der Reihe. Glaubt ein Spieler auf die Skataufnahme verzichten zu können, schiebt er die beiden Karten einfach weiter. Dadurch verdoppelt sich das Ergebnis in der Abrechnung. Schieben 2 Spieler vervierfacht sich der Wert. Schieben alle 3 Spieler wird der Wert gar verachtfacht. Die beiden zuletzt gedrückten Skatkarten von Hinterhand werden dem letzten Stich zugerechnet. Es dürfen jedoch keine Buben in den Skat gelegt werden.

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